Schutzbrille ab, Datenbrille auf!

Gärtringen, S-Vaihingen 09.02.2016.    
Die Arbeitsgruppe Industrie 4.0 des Landesverbandes Baden-Württemberg der CGM, besuchte die Modellfabrik des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart-Vaihingen.

 

Schweißen, schrauben, nieten, schleifen – das können heute schon vielerorts sog. LBR Leichtbauroboter ausführen, zumindest in der sog. diskreten Produktion hält dieser Gedanke Einzug. Dies wissen auch die vielen Praktiker in der CGM-Besuchergruppe. Aber besonders hohen Nutzen stiftet digitale Vernetzung, wenn es sich um einen solchen Ablauf der Fertigung von stark individualisierten, tendenziell hochwertigen Produkten handelt. Typischerweise also in Serienproduktionen mit starken Schwankungen im Volumen und Fertigungsmix, bei denen auch Lieferanten und Kunden datentechnisch in die Wertschöpfungskette eingebunden werden müssen.

 

Ob man im Zusammenhang mit Industrie 4.0 von einer Revolution der Arbeitsgestaltung sprechen kann oder der Begriff Evolution treffender sei, überließ Dr.-Ing. Sebastian Schlund, Leiter des Competence Centers Produktionsmanagement beim IAO, jedem Teilnehmer selber. Er stellte aber klar „4.0 wird nur zum Erfolg, wenn es mehr ist, als reine Technologienutzung, mein Rat lautet: Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter als Gestalter und Innovatoren. Dann wird 4.0 die Wertschöpfung tiefgreifend verändern, und dies zum positiven.“

 

Arbeiter sind mehr und mehr dafür da, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen, um so die vernetzte Fabrik am Laufen zu halten. Sie müssen Apps bedienen können und mit Datenbrillen durch die Fabrik laufen. Und das probierten die Besucher dann auch direkt in der Modellfabrik aus. Dabei stellten sie fest, dass Menschen kreativer sind, Empathie erleben und vermitteln können sowie dies in Wertschöpfung umsetzen. Das ist ein Faktor, der den Maschinen (bisher) fehlt.

 

Wir als Christliche Gewerkschaft Metall sehen ebenfalls die Chancen ohne die Risiken außer Acht zu lassen und haben nicht erst mit diesem Besuch beim IAO einen Eindruck von der Zukunft mit Industrie 4.0 gewonnen.